Die fränkische Lösung des „Acrylamid“ – Problems
Der gressta Angriff auf mei Gsundheit wor sellmoll, wie die Wissnschaftler im Bier „Nitrosamine“ gfunna hamm, die won angelich Krebs erreeng. Gligglicherweis liecht die Schreggnsmeldung scha etlicha Johr zerrigg, und der Schogg an die Schtammdisch hot inzwischn ziemlich noochgelossn. Mir Bierdrinker hamm in derra Zeit unerschroggn na Dood in die Aaang gschaut – ich bi daalweis sogor auf Zitrona-Limmo umgschtieng, obber do hatt ich dess Gfiehl, dass dess man Kerper gor net gud dutt. Obber mir hamm die Krisn gemeistert und heit derf’ mer zerfriedn festschtelln: dess Bier schmeggt widder.
Niddrofeen – olles hammer iberschtandn. Und letzta Wochn hot’s scha widder im Kontor ei’gschloong: „Acrylamid“ sooch ich bloß! Etzert droht der Dood aus der Friddeesn und ausn Baggofn. Bommfridd, Dschibbs, gnuspricha Hähnla – olles leemsgfährlich!
Ineran schwedischn Labor hamm’sa a boor Ratzn mit ana Iberdosis gfiddert und die sänn karz draaf ei’ganga. Ob’sa sich vor Wollust an denner gnuspringa Delikadessn zer Dood gfressn hamm oder ob dess „Arylamid“ schuld wor – wer wass?! Mir wor letzta Wochn im Moong aa ganz elend, wall ich bei „Wetten dass...“ vier großa Diedn Dschibbs nei gegnabbert hob. „Reiß dich zamm“, hot mei Martha gsocht, „sinst gett’s dir aa wie denner Ratzn in Schwedn“.
Recht hot’sa! Mer muss sich scha aweng vor denner Gfohrn bei die Leemsmiddl schitzn. Ich hob in derra Wochn gleich moll a Anto-Acrylamid-Diät ogfangt: nix mehr aus der Friddeesn, kana Fischschtäbla, kiana „Auszoonga“ zern Kaffee – bloß nuch a schtrenga Kost mit Bressagg, Schweinhäxla, obber net gebroodn, sondern gekocht, mit Brodwärscht oder Schlachschissl. „Und bidde dess Schnitzl in der Pfanna nimmer so rech und braun, gell“, hob’ ich zer meiner Martha nuch gsocht.
Es hot holt jeder a wenig sei einga Meddoodn, wie’mer die Leemsmiddl-Krisn iberwindn ko...GERCH.
Als Quelle dienten die Ausführungen von Gerch (Georg), einem Hofer Original, abgedruckt in der Ausgabe der Frankenpost vom 23.11.2002.
Der übersandte Artikel ist in „Hochfränkisch“ verfasst, wie es in der Gegend um Hof in Bayern (!) gesprochen wird.
Da vermutlich der kleinere Teil der Leser des „Lebensmittelkuriers“ das „Hochfränkischen“ mächtig ist, habe ich versucht, eine Übersetzung zu fertigen.
Pressack und Schweinehaxen gegen die Acrylamid-Krise!
Der größte Angriff auf meine Gesundheit war damals, wie die Wissenschaftlicher im Bier „Nitrosamine“ gefunden haben, die wo angeblich Krebs erregen. Glücklicherweise liegt die Schreckensmeldung schon etliche Jahre zurück, und der Schock an den Stammtischen hat inzwischen ziemlich nachgelassen.
Wir Biertrinker haben in der damaligen Zeit unerschrocken dem Tod in die Augen gesehen – ich bin teilweise sogar auf Zitronenlimonade umgestiegen, aber da hatte ich das Gefühl, dass dies meinem Körper gar nicht gut tut.
Aber wir haben die Krise gemeistert und heute dürfen wir zufrieden feststellen: das Bier schmeckt wieder.
Nitrofen – alles haben wir überstanden. Und letzte Woche hat es schon wieder im Kontor eingeschlagen: „Acrylamid“ sage ich bloß.
Jetzt droht der Tod aus der Friteuse und aus dem Backofen.
Pommes-Frites, Chips, knusprige Hähnchen – alles lebensgefährlich!
In einem schwedischen Labor haben sie ein paar Ratten mit einer Überdosis gefüttert und die sind kurz darauf eingegangen (verstorben).
Ob dies sich vor Wolllust an den knusprigen Delikatessen zu Tod gefressen haben oder ob das „Acrylamid“ Schuld war, wer weis.
Mir war letzte Woche im Magen auch ganz elend, weil ich bei „Wetten dass...“ vier große Tüten mit Chips geknabbert habe.
„Reiß dich zusammen“ hat meine Martha gesagt, „sonst geht es dir auch wie den Ratten in Schweden“.
Recht hat sie! Man muss sich schon ein bisschen vor den Gefahren bei den Lebensmitteln schützen.
Ich habe in dieser Woche gleich einmal eine „Anti-Acrylamid-Diät“ angefangen: Nichts mehr aus der Friteuse, keine Fischstäbchen, keine Krapfen zum Kaffee – bloß noch eine strenge Kost mit Pressack, Schweinehaxen, aber nicht gebraten, sondern gekocht, mit Bratwürsten oder Schlachtschüssel.
„Und bitte das Schnitzel in der Pfanne nicht mehr so rösch und braun“, habe ich zu meiner Martha noch gesagt.
Es hat halt jeder ein wenig seine eigenen Methoden, wie man die Lebensmittel-Krisen überwinden kann. Gerch (Georg)
Frei und bestmöglich übersetzt von Robert Fischer, dem Landesvorsitzenden aus Bayern
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