Quelle: antiseptica, 12. Jahrgang 2006, Heft 4
Infektiologie
Maßnahmen zur
Infektionsprophylaxe
Mit dieser Arbeit wird eine Serie eröffnet, die unter dem Rahmenthema Desinfektion
Ergebnisse aus der Praxis der Überprüfung und Beratung zur Hygiene vorstellt. Dabei
werden verschiedene Bereiche des Gesundheits- und Sozialwesens betrachtet, in denen der Umgang mit besonders gefährdeten Menschen einerseits und mit risikobehafteten Objekten andererseits eine besonders verantwortungsbewusste Durchführung der Maßnahmen erforderlich macht.
1. Händehygiene beim Küchenpersonal
»Ein hohes Maß an Schutz für Leben und Gesundheit des Menschen ist eines der grundlegenden Ziele des Lebensmittelrechts. « So beschreibt die Lebensmittelhygieneverordnung der EU das Grundanliegen der Hygiene in ihrem Zuständigkeitsbereich.
Die Versorgung mit Lebensmitteln in Gemeinschaftseinrichtungen stellt in dieser Hinsicht eine kritische Situation dar. Neben der Gefahr der Verunreinigungen von Lebensmitteln kann es zu einer Kontamination mit humanpathogenen Erregern durch die Hände kommen. Personen, die Lebensmittel herstellen, behandeln oder in Verkehr bringen, haben demnach ein hohes Maß an persönlicher Sauberkeit zu halten. Hierzu gehört auch eine sorgfältige und wirksame Händedesinfektion. Deren Ziel ist es, diejenigen Erreger abzutöten, die durch Kontakt mit mikrobiell kontaminierten Objekten u.ä. auf die Hände gelangt sind (transiente Flora = Anflugkeime). Dabei wird selbstverständlich auch die natürliche Hautflora mit reduziert.
Letzteres ist nicht das eigentliche Ziel der Maßnahme. Die Reduktion der Gesamtkeimzahl kann jedoch als ein indirektes Maß für die Wirksamkeit der Desinfektion angesehen
werden.
Versuchsdurchführung
Es wurden die Hände von 30 Küchenkräften untersucht und von jeder Hand fünf Abklatschproben entnommen. Mit unseren Untersuchungen haben wir die bakterielle Kontamination der Hände vor und nach der Desinfektion überprüft.
Diese Probenahme erfolgte in den Küchen von zwei Altenheimen, einer Bildungseinrichtung und in einer Krankenhausküche.
Wie für den Küchenbereich empfohlen, erfolgte die Desinfektion stets nach dem Waschen der Hände. Es wurden in allen Küchen DGHM-gelistete Präparate eingesetzt.
Dabei wurden sowohl die Reduktion der Gesamtkeimzahl als auch das Vorkommen pathogener Keime berücksichtigt. Abklatschproben von der Haut haben zwar eine begrenzte Aussagekraft, manchmal sind methodenbedingt auch nach korrekter Desinfektion mehr Kolonien zu finden als vorher. Im Gegensatz dazu werden bei der Prüfung von Händedesinfektionsmitteln gemäß EN 1500 Abspülproben von der Haut genommen. Da dies in der Routineprüfung allerdings nur schwer möglich ist, wurde hier orientierend mit Abklatschproben gearbeitet.
Aus Studien zur Auffindung von Schwachstellen bei der Durchführung der hygienischen Händedesinfektion (z.B. mit fluoreszierenden Desinfektionslösungen) sind Lücken bei der Benetzung der Hände bekannt. Um ein repräsentatives Bild der gesamten Handoberfläche zu gewinnen, wurden jeweils folgende Handpartien überprüft:
Da teilweise auch mit Gummihandschuhen gearbeitet wurde, erfolgte die Probenahme in 4 Fällen wie folgt:
Vollständiger Artikel im Lebensmittelkontrolleur, Ausgabe 2
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