Chronik des Bundesverbandes
Der Bundesverband der Lebensmittelkontrolleure begeht in diesem Jahr sein 20jähriges Bestehen. Ins Leben gerufen wurde der Verband am 21. Juni 1978. Getragen wurde der Bundesverband damals von den Landesverbänden Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hessen. Zum Gründungszeitpunkt zählte der Verband rund 600 Mitglieder.
Wie aktiv die Vereinigung deutscher Lebensmittelkontrolleure von Beginn an war, zeigt das Datum ihrer ersten Tagung, der 23. Juni. Inhaltlich befasste sich diese Tagung mit den Zuständigkeiten der Lebensmittelüberwachung in den verschiedenen Bundesländern.
Im November des Gründungsjahrs fand bereits das zweite Treffen der Delegierten statt, bei dem erste Rahmenbedingungen zur Erstellung eines einheitlichen Berufsbildes geschaffen wurden und Fragen des Tarifrechts erörtert wurden.
1979 entschloss sich die Fachvereinigung der Berliner Lebensmittelkontrolleure Mitglied im Bundesverband zu werden. Die Landesverbände Bayern, Hamburg und Rheinland-Pfalz traten der bundesweiten Vereinigung im darauffolgenden Jahr bei.
In Hannover bildete sich im Jahr 1980 die Arbeitsgruppe "Berufsbild der Lebensmittelkontrolleure, die unter der Federführung von Uwe Rehberg aus Hamburg ihre Arbeit aufnahm. Die Versammlung der Vorstände beschloss am 13. September des Jahres die Statuten des Verbandes. Bereits bei dieser Tagung beantragten die Landesverbände Bayern und Niedersachsen erste wesentliche Schritte in Richtung Aufnahme des Berufsbildes in die Funktionsgruppen-Verordnung nach Paragraph 26 Bundesbesoldungsgesetz (BBesG) sowie die Einführung einer Aufwandsentschädigung. Die Beschreibung des Berufsbildes konnte 1981 in ihrer endgültigen Form verabschiedungsreif vorgelegt werden.
Als Ergebnis des Beschlusses des Bundesvorstandes Kontakte nach Bonn aufzunehmen (1983), konnte sich der Bundesverband der Lebensmittelkontrolleure 1984 als anhörungsfähiger Verband in die öffentliche Liste des Deutschen Bundestages eintragen lassen. "Aktuelle Probleme der Lebensmittelüberwachung in der Bundesrepublik", so der Titel der ersten Podiumsdiskussion, die während des Verbandstages 1986 in Kulmbach veranstaltet wurde. Teilnehmer dieser Runde waren Politiker und Fachleute.
Das eigentliche Ereignis dieses Jahres war jedoch die Gründung der Zeitschrift "Der Lebensmittelkontrolleur" sowie der Broschüre "Lebensmittel-info", die in Zusammenarbeit mit der Anzeigenagentur ALPHA erstellt wurden.
Die Themen Fleischhygienerecht sowie die Aufstiegsmöglichkeiten für beamtete Kontrolleure in den gehobenen Dienst, beschäftigten den Bundesvorstand 1987. Die Arbeitsgruppe "Beamte" sollte die rechtlichen Möglichkeiten eines solchen Aufstiegs klären. Der Landesverband Bremen entschied sich im selben Jahr Mitglied des Bundesverbandes zu werden.
In Bezug auf das Fleischhygienerecht entschied die Delegiertenversammlung 1988, dass der Bundesverband die selbständige Tätigkeit der Lebensmittelkontrolleure "mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln", verteidigen soll. Die Delegierten waren sich darin einig, dass "ein Lebensmittelkontrolleur auf keinen Fall in der Fleischbeschau eingesetzt werden darf".
Die erstmalige Teilnahme an der "Grünen Woche" in Berlin (1989) nutzte der Verband, um eine Podiumsdiskussion zum Thema "Biotechnik – pro und Kontra" zu veranstalten. Die monatlich erscheinende Verbraucherinformation "Der Lebensmittel-Brief" wurde im Oktober des Jahres während einer Vorstandssitzung, anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Landesverbandes Bayern, vorgestellt.
Dass der Verband über die Grenzen der Bundesrepublik Deutschland hinaus denkt, lässt sich daran erkennen, dass schon 1989 erste persönliche Kontakte zu Kollegen aus Frankreich, Großbritannien, Holland und Österreich geknüpft und weitere Treffen vereinbart wurden.
Im Jahr der Deutschen Wiedervereinigung sorgten die politischen Umwälzungen dafür, dass während der "Grünen Woche" in Berlin zahlreiche Lebensmittelkontrolleure aus der DDR den Stand des Bundesverbandes aufsuchten.
In Hinblick auf die Verwirklichung des europäischen Binnenmarktes zum 1.1.1990 wurde die erste internationale Fachtagung auf EU-Ebene, die in Zusammenarbeit mit der Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen organisiert wurde, Anfang Juni 1990 veranstaltet. Teilnehmer waren neben den Vertretern Deutschlands Kontrolleure aus Frankreich, Großbritannien, Holland und Österreich.
Die Delegiertentagung beschloss im selben Jahr, dass je Bundesland der DDR nur ein Landesverband aufgenommen werden kann. Die Gründung eines entsprechenden Berufsverbandes war Grundvoraussetzung für die Aufnahme in den Bundesverband.
1991 bekam der Bundesvorstand den Auftrag eine Änderung der Eingangsvoraussetzungen "Ausbildung zum Lebensmittelkontrolleur" beim Bundesministerium für Gesundheit herbeizuführen. Des weiteren wurde der Beschluss gefasst, Mitglied in der Europäischen Arbeitsgemeinschaft für Lebensmittelkontrolle und Verbraucherschutz e. V., (E.A.L.V.) zu werden.
Auf Einladung des Europäischen Parlaments nehmen Hans-Henning Viedt, Manfred Pollnau und Wolfgang Krüger, 1992 an einer Besprechung zum Thema "Die amtliche Lebensmittelüberwachung in den Mitgliedsstaaten der EU" in Brüssel teil. Schwerpunkte dieser Besprechung waren unter anderem die Umsetzung der EU-Richtlinie zur amtlichen Lebensmittelüberwachung in den einzelnen Mitgliedsstaaten, der Beamtenaustausch auf EU-Ebene sowie die einheitliche Ausbildung beziehungsweise Weiterbildung von Lebensmittelkontrolleuren.
Im Jahr 1992 wurde die Satzung des Verbandes nach sechsjähriger Arbeit zur Eintragung ins Vereinsregister genehmigt. Die Geschäftsordnung konnte ebenfalls einstimmig genehmigt und beschlossen werden.
Der 1993 vom Bundesvorstand getroffene Beschluss, einer gewerkschaftlichen Organisation beizutreten, wurde 1993 mit dem Eintritt in die "KOMBA-Gewerkschaft" verwirklicht. Der Beitritt ermöglichte es dem Bundesverband, in den Verbraucherausschüssen der EU in Brüssel tätig zu werden.
Große Resonanz fand die internationale Konferenz des Verbandes im Maritim-Hotel in Bonn. Lebensmittelkontrolleure aus sieben EU-Mitgliedsstaaten informierten sich über aktuelle Themenbereiche des Fachs.
In Helmstedt fand im August des Jahres 1993 eine außerordentliche Vorständeversammlung statt, auf der unter anderem beschlossen wurde, die Kündigung des ALPHA-Verlags in Bezug auf die Objekte "Der Lebensmittelkontrolleur" und die "Lebensmittel-Info" anzunehmen. Um auch zukünftig die Öffentlichkeitsarbeit des Bundesverbandes und der Landesverbände zu gewährleisten, wurde ein Vertrag mit dem Jüngling-Verlag geschlossen. Gemeinsam wird die Fachzeitschrift "Der Lebensmittelkurier" herausgegeben. Die Schriftleitung übernahm Wilfried Kuck.
Von Seiten der Gewerkschaft KOMBA wurde dem Bundesministerium für Gesundheit 1994 eine Protestnote über die Reform der Lebensmittelkontrolleur-Verordnung übersandt. Aufgrund der Teilnahme an Sitzungen des Beamtenausschusses konnte der Bundesvorsitzende, Hans-Henning Viedt, von den Problemen der Lebensmittelkontrolleure berichten. Mehrfach wurden Einladungen zur Anhörung im Bundestag und bei der SPD-Bundestagsfraktion wahrgenommen.
Noch im selben Jahr zeigten die Bundestagsfraktionen starkes Interesse an der Bereitschaft des Bundesverbandes, zu Problemen der Lebensmittelüberwachung Stellung zu nehmen.
Auf der Versammlung der Vorstände im April 1995 stellte die Firma ABLI ihr Personalschulungsprogramm (HACCP) vor. Unter der Federführung des Landesverbandes Niedersachsen wurden die Prüfbestimmungen für Lebensmittelkontrolleure überarbeitet und einem Vertreter des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forste übersandt.
Die zweite internationale Konferenz, die vom Bundesverband der Lebensmittelkontrolleure veranstaltet wurde, fand erneut im Maritim-Hotel in Bonn statt. Gekoppelt wurde das Fortbildungsprogramm mit einer Messe.
Am 28. und 29. September 1995 trafen sich auf Einladung des Verbandes die Vertreter der Firmen, die Vereinbarungen mit dem Bundesverband abgeschlossen haben, zum "Weinheimer Hygieneforum" Nach der Vorstellung der Unternehmen ,mit ihren Produkten wurde vereinbart, dass eine gemeinsame Broschüre erstellt wird. Die Firmen sollen ihre Fachleistungen vorstellen und der Bundesverband das "HACCP-Konzept". Die Gewerbetreibenden erhalten somit ein Rund-um-Angebot.
In Zusammenarbeit mit der KOMBA-Gewerkschaft und zahlreichen Politikern wurde am 20. April 1996 in Bonn eine Demonstration veranstaltet, um auf die Probleme der Lebensmittelkontrolleure aufmerksam zu machen.
Die Bundesgeschäftsstelle des Verbandes, deren Sitz an den Wohnort des Bundesvorsitzenden gekoppelt ist, wurde in Helmstedt eingerichtet.
Die Vorständeversammlung ´97 stand im Zeichen einer Satzungsänderung hinsichtlich der Wahlperiode, die von zwei auf vier Jahre verlängert werden soll. Des weiteren beschäftigten sich die Kontrolleure während der Tagung mit der Zusammenarbeit mit Firmen, die HACCP-Konzepte und Produkte vertreiben. Im August fand der Europakongress im Gästehaus der Bundesregierung auf dem Bonner Petersberg statt. An dieser Veranstaltung nahmen zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland teil. Das Thema "Gesunde Ernährung für Europas Bürger – Qualitätssicherung in der Lebensmittelwirtschaft" stieß auf ein außerordentlich großes Interesse von Seiten der Medien. Entsprechend fiel die Berichterstattung von Fernsehen, Funk und Print-Medien besonders umfangreich aus. An dem Kongress nahmen auch Gäste vom Weltverband IFEH teil, in den der Bundesverband im Juni diesen Jahres aufgenommen werden soll. Im Januar 1998 stellte der Landesverband Saar einen Antrag auf Aufnahme in den Bundesverband.
Anfang Februar 1998 brachte der Bundesverband der Lebensmittelkontrolleure eine Broschüre zur Lebensmittelhygieneverordnung heraus, die den Kontrolleuren, aber vor allem den Gewerbetreibenden eine praktische Anleitung zur neuen Verordnung gibt. Des weiteren wurde im März ein Film mit dem Titel "Der Lebensmittelkontrolleur" Helmstedt gedreht.





